Was bisher geschah…

Die vergangenen zehn Jahre durften wir eine Wiese mit kleinem Waldstück und ein kleines Gebäude direkt am Wöhrder See unser Heim nennen. Hier hatten wir einen Raum für unser Material, davon haben wir ziemlich viel, und einen für unsere Gruppenstunden, sogenannte Heimabende. Die Wiese und das Wäldchen boten uns alles an Platz und Spielraum, was wir uns nur wünschen konnten, egal ob wir ein Sommerlager mit ca. 65 Kindern und Jugendlichen abhalten, unser Jubiläum feiern oder einfach nur ausgiebig toben wollten. 2019 erhielten wir dann die Nachricht, dass das Gelände auf Grund von Eigenbedarf sowie Baufälligkeit zu räumen sei. Seitdem sind wir auf der Suche nach einem neuen Heim für uns und unser Material.

…und wie ist die Lage aktuell?

Nachdem wir unsere wöchentlichen Gruppenstunden und weiteren Aktionen schon Mitte 2019 in immer wechselnde Räumlichkeiten verlegt hatten, mussten wir im Dezember 2020 schweren Herzens unsere letzten Kisten aus unseren alten Räumen tragen und zu einem Übergangslager bringen. Viele Sachen sind aber auch privat bei unseren Mitgliedern untergekommen. Seit wir von der Kündigung wissen sind wir auf der Suche nach etwas neuem, eigenen. Wir sind in Teams durch die Stadt gedüst um leerstehende Immobilien zu finden, haben uns in Bebauungspläne hineingefuchst, uns mit Baurecht und Wasserschutz auseinandergesetzt und endlos viele E-Mails geschrieben. Als 2020 das Wolfsherz in Gostenhof eröffnete, durften wir Teil des Projektes werden und hatten endlich wieder einen Ort, an dem wir unsere Gruppenstunden abhalten konnten. Im Wolfsherz haben wir jedoch keinen eigenen Raum, keinen Platz um unsere Zelte aufzubauen oder unser Material zu lagern. So toll und unterstützenswert wir das Projekt finden – für uns ist es keine dauerhafte Option. Also suchen wir weiter und versuchen aktuell eine langfristige Perspektive im neu geplanten Stadtteil „Tiefes Feld“ bei Schweinau zu bekommen und dem Stadtteil so auch von Anfang an eine feste Kinder- und Jugendarbeit zu bieten.

Warum ist es denn so wichtig, dass ihr etwas „eigenes“ habt?

Die Pfadfinder*innenarbeit ist nichts temporäres und nichts fixes. Wir wollen und müssen in unserer Arbeit flexibel sein können, spontane Treffen ermöglichen können und dauerhaft Zugang zu unserem, für uns sehr wichtigem, Material haben. Wenn sich Mitglieder spontan überlegen, dass sie gerne auf Fahrt gehen wollen, dann muss es ihnen ermöglicht werden, so bald wie möglich los zu wandern. Wir brauchen Raum, in dem wir Spielen, Singen oder auch eine Stammesversammlung mit all unseren Mitgliedern abhalten können. Für uns ist es nicht tragbar, alle paar Monate den Standort wechseln zu müssen und dadurch immer wieder aufs Neue Kinder und Gruppenleitungen zu verlieren, genauso wenig, wie es nicht handhabbar ist, keinen Zugriff auf unser Material zu haben und somit für längere Zeiträume unsere Zelte, Kocher, Stangen, etc. sich selbst zu überlassen. Damit sich unsere Jüngeren an den Umgang mit den Schwarzzelten an Fahrt und Lager gewöhnen können und auch die Älteren den Zugang zu Knoten und Bünden nicht verlieren, bauen wir normalerweise mehrmals im Jahr probeweise unsere Zelte auf. Das war uns in den letzten zwei Jahren so gut wie nicht mehr möglich.

Ein eigenes Stammesheim stiftet Identität und Gemeinschaft, es bietet Schutz und Raum zur Entfaltung. Für unseren Stamm als Gruppe sind das unsere höchsten Prioritäten.

Obwohl wir schon lange mit dem Jugendamt in Kontakt stehen, kommen wir auf diesem Weg leider wenig weiter, daher versuchen wir weiterhin initiativ einen Ort zu finden oder zu schaffen, an dem wir unsere Jugendarbeit ausführen können und willkommen sind. Unterstützt werden wir dabei nicht nur von unseren aktiven Mitgliedern, sondern auch von unserem Förderkreis.

Tiefes Feld

Unsere momentan viel versprechendstes Projekt ist der neue Stadtteil „Tiefes Feld“, in welchem wir versuchen, Raum zugesprochen zu bekommen. Leider wurde bei der Planung des Projektes vom Jugendamt kein Bedarf angemeldet, was es für uns nicht ganz so einfach macht, wie wir uns wünschen würden. Wenn die politisch Verantwortlichen auch bei diesem Projekt die Chance auf einen jugendarbeitsorientierten und damit jugendfördernden Kurs verpassen, bekommen junge und engagierte Menschen nicht die Anerkennung, die ihnen so häufig versprochen wird und haben kaum eine Möglichkeit, das Stadtbild positiv mitzuprägen und ihre eigenen Zukunft zu gestalten.

Wie kann ich euch helfen?

Abgesehen von unseren Initiativen freuen wir uns über jeden Hinweis auf ein eventuell geeignetes neues Stammesheim! Aus unserer Erfahrung wissen wir, dass unser neues Heim in etwa folgendes beinhalten sollte:

  • 1 großer Gruppenraum mit 35m², gerne noch ein zweiter Raum
  • 1 Toilette
  • fließend Wasser
  • Strom
  • Küchenanschlüsse
  • Lagerraum für Material, mind. 30m²
  • Haus-Grundfläche mind. 100m²
  • Außenfläche mit Feuerstelle
  • Gesamtgrundfläche ab 2000m²

Wenn du etwas weißt, dann melde dich einfach unter::

stammesheim[at]stammsigena.de

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